Mit einem Festakt wurde am 26. April der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen durch die britischen Streitkräfte am 15. April 1945 gedacht. KranzBergenBelsenMehr als 50.000 Menschen und 20.000 Kriegsgefangene wurden im Zweiten Weltkrieg dort ermordet, darunter auch tausende Sinti und Roma. An derGedenkveranstaltung nahmen auch rund 100 Überlebende aus aller Welt teil. Mit dabei waren auch ehemalige britische Soldaten, die Bergen-Belsen am 15. April 1945 befreit hatten, sowie der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma, Romani Rose. Anschließend erinnerten auch sechs Überlebende an ihre Leidenszeit im Konzentrationslager Bergen-Belsen. 

Bundespräsident Joachim Gauck rief zum Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen weltweit auf. Gauck betonte, Deutschland sei Teil einer Verantwortungsgemeinschaft, die sich dazu bekenne, die Würde des Menschen zu verteidigen. „Wo wir nur können, werden wir Unrecht ein Ende setzen.“ Der Bundespräsident dankte dem britischen Militär für die Befreiung des Lagers kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs. „Die britischen Soldaten waren Botschafter einer demokratischen Kultur, die nicht auf Rache am Feind bedacht war, sondern dem Recht und der Menschenwürde auch in Deutschland wieder zu neuer Geltung verhelfen sollte.“ Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil rief dazu auf, die Verbrechen der KranzBergenBelsen2Nationalsozialisten niemals zu vergessen. "Mord verjährt nicht, Massenmord und Völkermord erst recht nicht", sagte er in seiner Ansprache. Gerade in Deutschland müsse mit aller Entschlossenheit gegen jedes Anzeichen von Rassismus, Ausländerfeindlichkeit oder Rechtsextremismus vorgegangen werden. "Wenn sich Flüchtlinge vor Brandanschlägen fürchten, wenn Juden in Deutschland wieder Unsicherheit verspüren, wenn Menschen wegen ihres Glaubens ausgegrenzt werden - dann dürfen wir das nicht akzeptieren und zur Tagesordnung übergehen", so Weil. Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung legten der Bundespräsident, der Ministerpräsident sowie zahlreiche Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Organisationen der Verfolgten Kränze an der Inschriftenwand nieder. Mit einem Kranz gedachte auch das Forum für Sinti und Roma der vielen Opfer ihres Volkes.